(b) Versicherung

 

Im Rahmen der durch die Kreditmitteilungen fixierten Summen sind, im Falle der nachgewiesenen Insolvenz, die Forderungen durch den Risikoträger versichert.

Bei etwaigen Salden, die über die zugesicherte Entschädigung hinausgehen, sind i.d.R. nur diese Forderungsteile unversichert. Die genauen Regularien sind jedoch im Einzelfall in den AVB und BVB dargestellt und entsprechend zu prüfen.

Durch die Versicherung wird die zweite Säule der Delkrdereversicherung begründet: Die Schadenminimierung und Schadenausgleich.
Durch die Bündelung der Forderungen wird bei den Quotenverhandlungen ein wesentlich effizienteres Ergebnis gegenüber anderen Gläubigergruppen erzielt (z.B.: Bankenpools). Durch die Schadenminderung kann dann in der Folge auch die Schadenquote reduziert werden, die sich günstig auch auf die Individualprämie auswirkt. Der endgültige Ausfall schließlich wird nach Abzug der vertraglich vereinbarten Abzüge (etwa Franchisen und Selbstbehalte) durch den Versicherer an den Kunden reguliert.

(c) Andere Leistungen

 

Inkasso. Die Verzahnung der Delkredere - Kontrakte geht mittlerweile bis zum Inkasso der Forderungen, die ab einem vertraglich fixierten Moment greift (etwa 3. Mahnung oder 30 Tage nach ursprünglicher Fälligkeit).
Es ist vertraglich dabei relevant, ob die Abgabe zum Inkasso obligat oder dispositiv ist. Auch das Inkasso dient der Schadenminderung, da eine frühzeitige professionelle Inkassostelle z.T. erheblich bessere "Erlöse" erzielen kann.

Finanzierung (Protracted default und Insolvenzplan). Auch (Vor-) Finanzierungselemente finden Anwednung in die Kreditversicherung, wenn etwa bei langfristigen Insolvenzplänen auch längerfristige Quotenzahlungen mit den Forderungsverlusten ausbezahlt werden.
Beim sog. Protracted Default (PD) ist ferner ein Zeitpunkt der Versicherungsleistung (anstatt des sonst geltenden Insolvenztatbestandes) festgelegt, der bereits bei Nichtzahlung bei Zahlungsunwilligkeit greift. Somit fungiert die Entschädigungsleistung als Vorfinanzierung einer später zwar unwahrscheinlichen aber dennoch möglichen Zahlung des Schuldners.

Arten der Versicherungsleistungen

In der Kreditversicherung wird zunächst die sog. "wirtschaftliche Insolvenz" entschädigt. Hierunter sind Pleiten von nicht-öffentlichen Abnehmern zu verstehen (also etwa von AG, GmbH, Inc, S.A.R.L., S.A., PLC., OHG, GbR und dergleichen).
Ist ein Unternehmen nachgewiesen durch Illiquidität und Überschuldung zahlungsunfähig, so tritt der Kreditversicher ein.

In Deutschland sind u.a. folgende Tatbestände Versicherungsfälle:

  • Eröffnung des Insolvenzverfahrens
  • Fruchtlose Zwangsvollstreckung

Im Ausland gelten analoge Verfahren als Versicherunsfälle, etwa das Chapter 7 oder 11 in den USA, aber auch sog. "ethnische Versicherungsfälle"

In Deutschland wird zunehmend auch der sog. "Protracted Default" (PD) als Versicherungsfall des bloßen Nichtzahlungstatbestandes nachgefragt, der insbesondere bei ausländischen Schuldnern bedeutend ist, da hier mitunter lange Verfahrenszeiträume eine schnelle Entschädigung verhindern. Beim PD wird ein Zeitpunkt nach Fälligkeit und Nichtzahlung definiert (z.B.: 6 Monate), nach dessen Ablauf der Versicher in die Entschädigung tritt.

Das sog. "politische Risiko" ist in der (klassischen) Kreditversichrung kaum versicherbar, kann aber, mit entsprechenden Prämienaufschlägen, dargestellt werden. Beim klassischen politischen Risiko sind verschiedene Tatbestände denkbar: Moratorien, Konvertierungsverbote, Transferverbote, Staatskonkurse. In der Vergangenheit wurden diese politischen Risiken quasi ausschließlich durch Bürgschaften und Garantien der Bundesrepublik Deutschland (nicht zu verwechseln mit Bankbürgschaften und Garantien!) abgesichert.

 

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